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Investitionsabzugsbetrag (IAB) – einfach erklärt und richtig gebucht

16. Mar 2026

Wenn Du in Deinem Unternehmen eine größere Anschaffung planst, kannst Du Dir steuerlich schon vor der Investition Liquidität verschaffen. Genau dafür gibt es den Investitionsabzugsbetrag (IAB) nach §7g EStG.

 

Das Prinzip ist simpel:

Du darfst bis zu 50 % der geplanten Anschaffungskosten bereits vorher gewinnmindernd abziehen. Dadurch zahlst Du in diesem Jahr weniger Steuern und hast mehr Liquidität für Deine Investition.

Wichtig ist aber: Der IAB ist keine echte Steuerersparnis, sondern eher eine Steuer-Verschiebung. Später reduziert sich nämlich die Abschreibung des Wirtschaftsguts.

 

Wie der Investitionsabzugsbetrag funktioniert

Mit dem IAB kannst Du einen Teil Deiner geplanten Investition vorab steuerlich berücksichtigen, obwohl Du das Wirtschaftsgut noch gar nicht gekauft hast.

Beispiel:

Du planst eine Maschine für 100.000 € zu kaufen.

Dann darfst Du bereits vorher 50 % = 50.000 € vom Gewinn abziehen.

Ergebnis:

  • Dein steuerlicher Gewinn sinkt

  • Deine Steuerlast sinkt

  • Du behältst mehr Liquidität im Unternehmen

 

Voraussetzungen für den IAB

  1. Es muss ein bewegliches Wirtschaftsgut sein

Zum Beispiel:

  • Maschinen

  • Betriebseinrichtung

  • Geräte

  • Fahrzeuge

 

Nicht möglich ist der IAB für:

  • Immobilien

  • immaterielle Wirtschaftsgüter (z. B. Softwarelizenzen)

 

Gebrauchte Wirtschaftsgüter sind dagegen erlaubt.

 

  1. Betriebliche Nutzung mindestens 90 %

Das Wirtschaftsgut muss nahezu ausschließlich betrieblich genutzt werden.

Das bedeutet: mindestens 90 % betriebliche Nutzung.

Gerade bei Firmenwagen wird diese Grenze häufig nicht erreicht.

 

  1. Gewinngrenze

Der Gewinn Deines Unternehmens darf vor IAB maximal 200.000 € betragen.

 

  1. Investition innerhalb von drei Jahren

Nachdem Du den IAB gebildet hast, hast Du drei Jahre Zeit, die Investition tatsächlich zu machen.

 

Wie der IAB gebucht wird

Der Investitionsabzugsbetrag ist eine rein steuerliche Größe.

Das bedeutet: Er wird außerbilanziell erfasst und taucht nicht in der Handelsbilanz auf.

 

Was passiert, wenn Du die Investition tätigst?

Im Jahr der Anschaffung passiert Folgendes:

  1. Der IAB wird steuerlich wieder hinzugerechnet

  2. Gleichzeitig werden die Anschaffungskosten reduziert

 

Das führt dazu, dass

  • die Abschreibungsbasis kleiner wird

  • und die jährliche AfA niedriger ist

 

Was passiert, wenn Du nicht investierst?

Wenn Du die Investition nicht durchführst, wird der Investitionsabzugsbetrag rückwirkend im Jahr der Bildung aufgelöst.

 

Das bedeutet:

  • Steuernachzahlung

  • zusätzlich Nachzahlungszinsen

 

Deshalb sollte ein IAB immer realistisch geplant werden.

 

Praxisbeispiel

Du planst eine Maschine für 100.000 €.

Du bildest einen IAB von 50.000 €.

 

Ein Jahr später kaufst Du die Maschine aber nur für 80.000 €.

 

Dann darfst Du maximal nutzen:

50 % von 80.000 € = 40.000 €.

 

Die übrigen 10.000 € müssen rückgängig gemacht werden.

 

Fazit

Der Investitionsabzugsbetrag ist eines der stärksten steuerlichen Gestaltungsinstrumente für kleine und mittlere Unternehmen.

 

Er hilft Dir:

  • Steuern zu verschieben

  • Liquidität aufzubauen

  • Investitionen vorzubereiten

 

Wichtig ist:

  • realistische Investitionsplanung

  • Einhaltung der Nutzungs- und Gewinngrenzen

  • saubere steuerliche Dokumentation

 

Quelle: Deutsche Handwerkszeitung, 2026

 

Herzlichst,

 

Janine Haberland


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