Wenn Du in Deinem Unternehmen eine größere Anschaffung planst, kannst Du Dir steuerlich schon vor der Investition Liquidität verschaffen. Genau dafür gibt es den Investitionsabzugsbetrag (IAB) nach §7g EStG.
Das Prinzip ist simpel:
Du darfst bis zu 50 % der geplanten Anschaffungskosten bereits vorher gewinnmindernd abziehen. Dadurch zahlst Du in diesem Jahr weniger Steuern und hast mehr Liquidität für Deine Investition.
Wichtig ist aber: Der IAB ist keine echte Steuerersparnis, sondern eher eine Steuer-Verschiebung. Später reduziert sich nämlich die Abschreibung des Wirtschaftsguts.
Wie der Investitionsabzugsbetrag funktioniert
Mit dem IAB kannst Du einen Teil Deiner geplanten Investition vorab steuerlich berücksichtigen, obwohl Du das Wirtschaftsgut noch gar nicht gekauft hast.
Beispiel:
Du planst eine Maschine für 100.000 € zu kaufen.
Dann darfst Du bereits vorher 50 % = 50.000 € vom Gewinn abziehen.
Ergebnis:
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Dein steuerlicher Gewinn sinkt
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Deine Steuerlast sinkt
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Du behältst mehr Liquidität im Unternehmen
Voraussetzungen für den IAB
- Es muss ein bewegliches Wirtschaftsgut sein
Zum Beispiel:
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Maschinen
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Betriebseinrichtung
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Geräte
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Fahrzeuge
Nicht möglich ist der IAB für:
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Immobilien
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immaterielle Wirtschaftsgüter (z. B. Softwarelizenzen)
Gebrauchte Wirtschaftsgüter sind dagegen erlaubt.
- Betriebliche Nutzung mindestens 90 %
Das Wirtschaftsgut muss nahezu ausschließlich betrieblich genutzt werden.
Das bedeutet: mindestens 90 % betriebliche Nutzung.
Gerade bei Firmenwagen wird diese Grenze häufig nicht erreicht.
- Gewinngrenze
Der Gewinn Deines Unternehmens darf vor IAB maximal 200.000 € betragen.
- Investition innerhalb von drei Jahren
Nachdem Du den IAB gebildet hast, hast Du drei Jahre Zeit, die Investition tatsächlich zu machen.
Wie der IAB gebucht wird
Der Investitionsabzugsbetrag ist eine rein steuerliche Größe.
Das bedeutet: Er wird außerbilanziell erfasst und taucht nicht in der Handelsbilanz auf.
Was passiert, wenn Du die Investition tätigst?
Im Jahr der Anschaffung passiert Folgendes:
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Der IAB wird steuerlich wieder hinzugerechnet
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Gleichzeitig werden die Anschaffungskosten reduziert
Das führt dazu, dass
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die Abschreibungsbasis kleiner wird
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und die jährliche AfA niedriger ist
Was passiert, wenn Du nicht investierst?
Wenn Du die Investition nicht durchführst, wird der Investitionsabzugsbetrag rückwirkend im Jahr der Bildung aufgelöst.
Das bedeutet:
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Steuernachzahlung
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zusätzlich Nachzahlungszinsen
Deshalb sollte ein IAB immer realistisch geplant werden.
Praxisbeispiel
Du planst eine Maschine für 100.000 €.
Du bildest einen IAB von 50.000 €.
Ein Jahr später kaufst Du die Maschine aber nur für 80.000 €.
Dann darfst Du maximal nutzen:
50 % von 80.000 € = 40.000 €.
Die übrigen 10.000 € müssen rückgängig gemacht werden.
Fazit
Der Investitionsabzugsbetrag ist eines der stärksten steuerlichen Gestaltungsinstrumente für kleine und mittlere Unternehmen.
Er hilft Dir:
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Steuern zu verschieben
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Liquidität aufzubauen
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Investitionen vorzubereiten
Wichtig ist:
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realistische Investitionsplanung
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Einhaltung der Nutzungs- und Gewinngrenzen
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saubere steuerliche Dokumentation
Quelle: Deutsche Handwerkszeitung, 2026
Herzlichst,
Janine Haberland