Neue Urteile und gesetzliche Änderungen wirken sich zunehmend auf steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten, Lohnabrechnung und Unternehmenspraxis aus.
Von Vorsteuerabzug und Investitionsabzugsbetrag bis hin zu Aktivrente, Dienstwagenregelungen und Altersvorsorge – Unternehmer sollten die aktuellen Entwicklungen frühzeitig im Blick behalten.
1. Steuerliche Entlastung bei Mobilitätskosten
Fahrgemeinschaften
Auch Mitfahrer in Fahrgemeinschaften können weiterhin die Entfernungspauschale steuerlich geltend machen.
Deutschlandticket
Arbeitgeberzuschüsse zum Deutschlandticket bleiben steuerfrei. Gleichzeitig kann die Entfernungspauschale grundsätzlich weiter angesetzt werden, wobei steuerfreie Zuschüsse die Werbungskosten mindern.
2. Neue private Altersvorsorge ab 2027
Ab 2027 ist eine neue steuerlich geförderte private Altersvorsorge geplant.
Besonders relevant:
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auch Selbstständige sollen erstmals zulageberechtigt sein
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bestehende Riester-Verträge können umgewandelt oder parallel fortgeführt werden
Förderungen sind jedoch nur für eine Variante gleichzeitig möglich.
3. Steuerliche Behandlung von Urlaubsabgeltungen im Ruhestand
Nach aktueller Rechtsprechung kann die Auszahlung offener Urlaubsansprüche beim Renteneintritt unter bestimmten Voraussetzungen ermäßigt besteuert werden.
Da hierzu noch Verfahren beim Bundesfinanzhof anhängig sind, lehnt die Finanzverwaltung die Begünstigung bislang teilweise ab.
4. Anforderungen an Eingangsrechnungen verschärft
Der Vorsteuerabzug setzt weiterhin ordnungsgemäße Rechnungen voraus.
Besonders wichtig:
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Leistungsbeschreibungen müssen konkret und nachvollziehbar sein
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zu allgemeine Formulierungen können zum Verlust des Vorsteuerabzugs führen
5. Neues EU-Urteil zum Vorsteuerabzug
Ein Urteil auf EU-Ebene stellt die bisherige deutsche Praxis infrage:
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Vorsteuerabzug soll bereits möglich sein, wenn die Leistung erbracht wurde
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nicht erst bei Vorliegen der Rechnung
Wie diese Rechtsprechung national umgesetzt wird, ist derzeit offen.
6. Pflichtteilsverzicht gegen Abfindung
Der Bundesfinanzhof hat entschieden:
- Abfindungen für einen Pflichtteilsverzicht zu Lebzeiten führen grundsätzlich nicht zu einkommensteuerpflichtigen Einkünften
Das kann insbesondere bei Unternehmensnachfolgen relevant sein.
7. Aktivrente bei mehreren Arbeitgebern
Rentner mit mehreren Beschäftigungsverhältnissen können die steuerfreie Aktivrente grundsätzlich nutzen.
Praktisch gilt:
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die Steuerfreiheit wird zunächst nur bei einem Arbeitgeber berücksichtigt
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der Ausgleich erfolgt über die Einkommensteuererklärung
8. Klarstellung beim Investitionsabzugsbetrag
Für die Prüfung der maßgeblichen Gewinngrenze ist nicht allein der Steuerbilanzgewinn entscheidend.
Relevant ist:
- der korrigierte Gewinn nach steuerlichen Hinzurechnungen und Kürzungen
Dadurch kann der Anspruch auf den Investitionsabzugsbetrag entfallen.
9. Neue Vorgaben bei Dienstwagen und Umsatzsteuer
Die private Nutzung eines Dienstwagens durch Arbeitnehmer wird umsatzsteuerlich als entgeltliche Leistung behandelt.
Dabei können insbesondere:
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Wohnort des Arbeitnehmers
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Vorsteuerabzug
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internationale Sachverhalte
steuerlich relevant werden.
10. Dienstwagenüberlassung an Ehepartner
Entscheidend ist, ob:
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eine klare arbeitsvertragliche Regelung besteht
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das Arbeitsverhältnis einem Fremdvergleich standhält
Davon hängt ab, ob:
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ein lohnsteuerlicher Vorteil
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oder eine Privatentnahme vorliegt
11. Änderungen bei pauschaler Lohnsteuer
Ab 2026 können fehlerhafte pauschale Lohnsteuern nicht mehr über negative Einträge korrigiert werden.
Korrekturen müssen künftig:
- über berichtigte Lohnsteueranmeldungen erfolgen
12. Staatliche Förderung für Elektrofahrzeuge
Für bestimmte Elektrofahrzeuge sind unter Voraussetzungen staatliche Zuschüsse vorgesehen.
Die Förderung betrifft:
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Fahrzeuge der Klasse M1
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Neuzulassungen ab 2026
Fazit
Die aktuellen Entwicklungen zeigen, wie dynamisch sich Steuer- und Arbeitsrecht verändern.
Für Unternehmer wird es zunehmend wichtiger, steuerliche Gestaltungsspielräume, neue Rechtsprechung und formale Anforderungen laufend zu prüfen. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit den Änderungen hilft dabei, Risiken zu vermeiden und Chancen gezielt zu nutzen.
Quelle: Deutsche Handwerkszeitung, 2026
Herzlichst,
Janine Haberland